black nemesis
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Nun ist die Idee vorhanden, die Stichwörter sind gesetzt der rote Faden gesponnen. Was jetzt noch fehlt sind die Marionetten, die du an deinen roten Faden aufziehen kannst. Ihnen bringst du Mimik, Gestik bei und teilst ihnen ihre Rollen zu. Mit ihnen spielst du dein eigenes Theater.

Ich werde ich keine vollständige Anleitung geben können, an die ihr euch nur und ausschließlich bei der Erfindung eurer Charaktere zu beachten habt. Dazu sehe ich mich nicht in der Lage. Aber vielleicht hilft die Art, wie ich es mache, euch dennoch etwas weiter ^_^

Mein allererster Tipp:
Macht euch Notizen!! So banal das klingen mag, ist es doch ungeheuer wichtig. Es mag Genies geben, die auch bei komplizierten Werken auf Seite 395 noch immer die genaue Augenfarben, Größen auf den Zentimeter genau, das Lieblingsessen jedes ihrer 97 Charaktere im Kopf haben, aber der Großteil der Bevölkerung gehört nicht zu diesen "Kopfkünstlern".

Die Persönlichkeiten sind das wichtigste in einer Geschichte. Ohne sie kein Garnichts. Genauso gut könnte man auch ein Sachbuch oder juristisches Werk verfassen. Das ist aber ein anderes Kapitel^^ , aber keine Kurzgeschichte, keinen Roman. Deswegen ist es sehr wichtig sich viel Zeit für die Ausarbeitung der Charaktere zu nehmen. Je mehr entwickelt er ist um so besser. Kaum jemand möchte eine Story mit platten Figuren lesen. Außerdem ist es längst nicht so, dass auch alles, was man sich zu einer Person einfallen lässt, in der Geschichte auch wirklich Verwendung findet. Das beste Beispiel ist dafür J.K. Rowling. Für die Verfilmung des 5. Buches benötigte die Crew die Namen der gesamten Familie Black, die auf dem Wandteppich am Grimmauldplatz 12 erscheinen würden. Keine halbe Stunde, nachdem das Team den Stammbaum von der Autoren verlangt hat, trudelte er auch schon ein.
Dieses Paradebeispiel war auch nur so ein elegantes Verfahren, da Rowling bereits nach Abschluss des 3. Bandes sich Gedanken zu der gesamten Familie Sirious Blacks gemacht hat. Soll heißen, obwohl die realistische Vorstellung bestand, so einen Stammbaum niemals zu benötigen, entwarf sie ihn, sodass sie sich in ihre Figuren besser einfühlen kann. Das klappt einfacher wenn man sich intensiver mit ihnen und ihrer Vorgeschichte auseinander gesetzt hat.

Mary & Gary Sue
Die absoluten Alleskönner sind noch weniger als nur langweilig. Sie sind wunderhübsch, haben alle Vorzüge der Welt, das Wissen mit dem Löffel gefressen und lösen allerlei Probleme mit Bravour - so ganz nebenbei ziehen sie natürlich auch noch alle Aufmerksamkeit der Nebencharaktere auf sich und werden von jedem und allem geliebt.
Niemand will so einen Protagonisten. Die Figur wird dem Leser erst dann sympatisch, wenn sie Ähnlichkeiten zueinander entdecken. Also erst dann, wenn die Figur Fehler begeht in Fettnäpfchen tritt, sich noch weiter reinreitet und diese auch noch zugeben würde !
Für den Leser bestünde nicht mehr die Notwendigkeit weiter zu lesen, wenn alle bevorstehenden Probleme bereits so zu sagen im entstehen von dem Protagonisten gelöst werden. Das ist langweilig und baut alles andere nur keine Spannung auf.

Bösewicht
Wer kennt ihn nicht? Der typische Ultra-Bösewicht mit dem Porno- ... pardon ... dem tödlichem Silberblick? Er ist immer und überall einen Schritt dem Hauptprotagonisten voraus, weiß alles was der Leser bzw Charakter mühselig entdecken, aufdecken musste, wird von allen anderen mehr noch so gefürchtet (nur noch von unserem kleinen Helden) und kann letztendlich doch noch auf unglaubliche Art und Weise besiegt werden ...
Auch solche Vorstellungen werden schnell fad, denn sie entsprechen den ältesten Kriterien der Fantasy-Geschichte. Ein Bösewicht bringt nichts, wenn er nur macht und tut, weil man eben einen brauchte. Gebt ihm (Hinter)Grund und baut Kleinigkeiten ein. Beliebt sind die Mitleidstouren: der Bösewicht ist erst deshalb so böse geworden, weil er seine wunderhübsche Tochter Mary Sue verloren hat und nun glaubt der bereits verstorbene Vater unserer Hauptcharakters hätte sie ermordet. Das ist der Grund weswegen er unserem Helden nach dem Leben trachtet - Rache. Und? Klar, schon ist man hin und her gewogen ... Verständnis für seinen großen Verlust - Unverständnis für seine Boshaftigkeit gegenüber einem unschuldigen

Stereotypen

sind dagegen bei Nebenfiguren angebracht. Die typischen Klischeefiguren eben, die nicht viel tun müssen, außer zu existieren. Der Kellner, der Taxifahrer, die Verkäuferin, der Penner auf der Gasse, der Zwerg in der Taverne, der böse Ork. Ihnen sollte man nicht zuviel Beachtung schenken, sonst passiert das, was mir im ersten Teil von Elliet mit dem Händler auf dem Marktplatz passiert ist. ^^ Viel zu detailliert für eine absolute Randfigur, die nie wieder auftauchen wird und die eigentlich keine Rolle spielt, außer der, um die Hauptfigur noch ein wenig mehr zu beschreiben und sie vorzuführen.


Eine schöne Variante für einen "Notizzettel" wäre diese hier:

Name: Und zwar alle, z.B.: Ulrike Tanja Weber (Spitzname: Uli)
Volk: Kommt darauf an. Wenn es in der hiesigen Welt / hiesigen Zeit spielt, ist der Eintrag "Mensch" etwas überflüssig. *g* Aber ob es jetzt eine Elfe, eine Halbelfe oder doch eine ganz andere Rasse war, kann schon hilfreich sein. Besonders, wenn man mit anderen zusammenschreibt und den Charabogen weitergibt.
Beruf: Es lohnt sich immer, sich darüber Gedanken zu machen. ^_^ Auch, warum der Charakter ausgerechnet hier gelandet ist.
Alter: Ja, aufschreiben! Ob der Chara jetzt 2073 oder 2137 ist, hat man manchmal schneller vergessen, als einem lieb sein kann.
Größe: Jupp, auch wichtig. Es mag vielleicht uninteressant sein, ob Ulrike 172 cm oder 177 groß ist, aber wenn dann Melanie auf Seite 122 mit ins Spiel kommt, die 175 cm groß ist, möchte man vielleicht doch noch gerne wissen, ob Ulrike jetzt ein Stück größer oder kleiner ist.
Haare: Alles aufschreiben, was hilft. Nicht nur die Farbe, auch die Frisur, die Länge, die Struktur (glatt, lockig, wellig, fransig, etc.) usw.
Augen: Farbe, Größe, Wimpern, Form usw.
Gesicht: Das Gesicht gehört zu den Dingen, denen wir im normalen Leben recht viel Aufmerksamkeit widmen. Also Zeit nehmen und genau beschreiben, selbst wenn man nicht zwangsläufig alles in den ersten zwei Absätzen einer Geschichte unterbringen muss.
Form (oval, eckig, herzförmig, etc.), Besonderheiten (Narbe auf der linken Wange, Muttermal am Kinn...), Augenbrauen (gerade, geschwungen, dick, dünn, gezupft...), Kinn (energisch, spitz...), Nase (klein, groß, knollig...), Wangenknochen (hoch, breit...), Lippen/Mund (schmolle, schmal, breit...), Ohren (klein, Ohrläppchen eingewachsen, Katzenohren...), Stirn (hoch, tief...), Haaransatz (rund, hoch...)
Haut: Kann interessant und langweilig sein^^ Dunkel, hell, sommersprossig, zart, grobporig, weich, rau, usw.
Statur/Körper: Ist der Charakter zierlich oder kräftig, schmale oder breite Gelenke, sind seine Beine ungewöhnlich lang oder kurz, vielleicht hat er abfallende Schultern oder einen Buckel usw.
Kleidung: Ja, darüber solltet ihr euch Gedanken machen. Ich hab auch schon das ein oder andere Mal vorgeworfen bekommen, ich würde meine Charas nicht "anziehen". Muss ja nicht der ganze Kleiderschrank aufgelistet werden, aber Kleidung vertieft das Bild, was man von einem Menschen hat. Ulrike läuft vielleicht nur in Jeans und T-Shirt herum. Oder möglicherweise ist sie auch eine Person, die nur Kostüme trägt. Schon hat man ein anderes Bild.
Hintergrund: Dieser kann natürlich sehr unterschiedlich lang sein. Ist Ulrike fünf, dürfte er recht kurz ausfallen, ist sie jedoch eine über dreitausend Jahre alte Vampirlady, stellt sich das schon anders dar xD
Hier schreibe ich im Grunde genommen alles hin, was ich von der Vorgeschichte des Charakters weiß. Wer sind seine Eltern, hat er Geschwister, wenn ja, wie viele, wie alt, welches Verhältnis hat er zu ihnen, seine Freunde, Schulzeit, einschneidende Kindheits-/Jugenderlebnisse, vielleicht hat er mal gestottert und sich da abgewöhnt viel zu reden. Wann ist die Vampirlady zu einer solchen gemacht worden, wie war das Verhältnis zu dem, der sie verwandelte, gehört sie einem Clan an, wie kam/kommt sie damit zurecht. Hier kann man sich wirklich auslassen. Nichts ist überflüssig, alles hilft, den Chara besser kennen zu lernen.
Charakter: Wie ist unsere Ulrike denn so? Ist sie schüchtern oder ist sie eher temperamentvoll? Wie reagiert sie auf welche Situation? Gibt es Dinge, die sie zur Weißglut treiben, andere, auf die sie mit Panik reagiert?
Sonstiges: Alles, was man für Erwähnenswert findet, was sonst aber keinen Platz hat. Lieblingsessen, -schulfächer, -tiere, Hassobjekte. Hobbies. Und so weiter und so fort.

Selbstverständlich kann man noch jeden beliebigen Punkt dazufügen. Möglicherweise Magie, wenn der Charakter Magier ist und eine spezielle Art beherrscht. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, und der ein oder andere Punkt mag euch auch überflüssig erscheinen. Jedem, wie ihm beliebt und wie er es braucht.
Und natürlich ist keiner der Punkte Pflicht. Zudem muss man wirklich nicht jede Information in die Geschichte reinnehmen. Vielleicht hat Ulrike ja eine kleine Narbe in der Schulter. Vielleicht interessiert sich jemand dafür. Vielleicht ist sie durch ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit entstanden und vielleicht hat Ulrike deswegen jetzt Angst vor Monstern unter dem Schrank. Oder ein Geliebter/eine Geliebte findet es besonders stimmungsvoll, sie dort zu küssen. Vielleicht ist sie jedoch auch vollkommen bedeutungslos, weil sie von einer Impfung stammt, die Geschichte spielt im Winter, Ulrike ist ständig in dicke Pullis und Winterjacken gehüllt und niemand bekommt sie je zu Gesicht. Aber für den Fall, dass man die Narbe braucht, sollte man wissen, dass sie da ist.

Isy




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